Ein Hakama ist ein besonderes Kleidungsstück. Wird es in einigen Budo zur
Kennzeichnung von Danträgern verwendet, ist es bewegungstechnisch sinnvoll, es zu
tragen. Das Bewegungsbild wird wegen der verdeckten Beine ruhiger -
dadurch erhöht sich automatisch die eigene Konzentration und die der
anderen. Optisch hat man einen Anhalt für die Körperproportionen
oben/unten und bewegt sich besser. Es ist immer genügend Platz für weites
Schreiten. Das Gehen muss konzentrierter sein, damit man nicht in den Saum
des Hakama tritt und hängenbleibt (siehe Illustration rechts von Roman
Schnittker).
Ein Hakama ist also nicht ein
Kleidungsstück, was man sich zu früh anschaffen sollte. Zunächst ist es
eher schwierig, mit einem Hakama umzugehen. Die Bindung ist
unübersichtlich (Prinzip Küchenschürze), das Tragen fällt nicht leicht
(Bindung und Sitz löst sich gerne), das richtige Zusammenlegen will
gelernt sein.
Die Falten des Hakamas werden auch mit einer symbolischen Bedeutung
belegt: so stehen die zwei Falten auf der Rückseite eines Hakamas für die
zwei Kriegsgötter Take-Mikazuchi-no-Kami und Futsu-Nushi-no-Kami. Die
Verbindung der beiden Falten repräsentiert die Sonnengöttin,
Amaterasu-Omikami. Vereint stellen sie das Prinzip Wa (Harmonie)
dar.
Die fünf Falten auf der Vorderseite erinnern an die fünf Tugenden:
Jin_(Menschlichkeit, Güte),
Gi_(Integrität, Gerechtigkeit),
Rei_(Höflichkeit, Etikette, Respekt),
Chi_(Weisheit) und
Shin_(Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Realität).
Bedenken Sie: »Man muss den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein. Laster sind echt.« (Klaus Kinski,1926-1991)