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Iaido Prüfungsantworten

Die Antworten auf die theoretischen Fragen einer Dan-Prüfung (Shinsa) können recht unterschiedlich ausfallen. Sie entsprechen dem aktuellem Wissenstand eines Prüflings, der Tiefe der Ausbildung und der eigenen Erkenntnis. Sie setzt sich aus den Erfahrungen und dem Verständnis gemäß der eigenen Iai-Ausbildung zusammen.

Die Antworten auf die Prüfungsfragen schwanken also zwischen persön­li­cher Auffassung, der Lehrmeinung und möglicher Interpretation. Hier sind ein paar gesammelte Beispiele, die vor diesem Hintergrund exemplarisch, aber nicht allgemein gültig sind.

Nidan (2. Dan)

1. Beschreiben Sie richtiges Noto bei Seitei-Iai.
2. Reden Sie über die Atmung beim Iaiüben.
3. Erklären Sie Maai bei Iai.

1. Noto steht am Abschluß jeder Kata. Die linke Hand greift dabei mit dem Mittelfinger die Sayaöffnung, Daumen und Zeigefinger bleiben locker und bilden einen verlängerten Sayaabschluß. Manche Dojos lehren Koyguchi, so dass die Sayaöffnung bewusst nicht zu sehen ist. Die rechte Hand bringt nun das Schwert mit dem Schwert­rücken zur Vertiefung zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Während nun mit der linken Hand Sayabiki ausgeführt wird, wird der Ellenbogen des rechten Armes diagonal nach rechts vorne bewegt. Die Finger der rechten Hand sind locker, das Tsuka kann bei langen Schwertern nur von den Fingerspitzen gehalten werden. Dabei soll das Schwert bereits die Linie einnehmen, auf der es nun vom Saya aufgenommen wird. Beide Hände beteiligen sich aktiv an der Bewegung, die Schultern sind locker. Die Schwertspitze wird nun »ab­ge­holt« und das Schwert verschwindet ruhig und sicher im Saya. Dabei stellt die linke Hand das Saya allmählich, etwa auf halben Weg, in die Horizontale, so dass am Ende der Bewegung die Krümmung wieder nach oben zeigt. Der Daumen der linken Hand greift von oben das Tsuba und sichert das Schwert. Das Tsuba befindet sich vor dem Bauchnabel und das Schwert tendentiell in der Waagerechten.

Neben der rein technischen Umsetzung ist auch der Rhythmus zu beachten. Während das »Auseinanderziehen« von linker und rechter Hand eher schnell ausgeführt wird, vollzieht sich das Einführen der Klinge in das Saya langsam und beherrscht. Der Blick bleibt nach wie vor am Gegner. Erst mit dem Vollenden des Noto hebt er sich.

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3. Zunächst bedeutet Maai »Abstand zum Gegner « und lässt sich in den meisten Budo-Disziplinen mit dem Partner (Gegner im Wettkampf) erfahren und üben. Im Kendo beträgt er traditionell zwei Schwertlängen. Beim Iaido fällt die Umsetzung dieses Prinzips ungleich schwerer, denn der Gegner ist erdacht. Andererseits ist der ideale Abstand zum Gegner enger als beim Kendo: In Iaido-Katas sollte bereits der erste Schnitt treffen, der Abstand beträgt also eine Schwertlänge. Man durchbricht, unterläuft häufig die Deckung und ist dem Gegner sehr nahe. Gut ist das bei Ukenagashi zu erkennen.

Um das richtige Gefühl zu erlernen, helfen Partnerübungen mit Bokken. In der Prüfung, wie auch beim Taikai muss dann zu erkennen sein, dass der Iaidoka ein Bewusstsein für den Abstand zum Gegner entwickelt hat. Eine Vorführung sollte auch Ki zeigen. Zudem ist Maai nicht statisch und mit dem Zentimetermaß zu erlernen. Es sollte ein Gefühl werden, dass Fortgeschrittene bereits beim Betreten des Dojos empfinden. Faßt man den Begriff Maai etwas weiter, kann er sich auch auf das Miteinander im Dojo beziehen. In Partnerübungen soll die Nähe zum Dojokameraden helfen, den richtigen Abstand zu erlernen. Im Hinblick auf die Mitübenden kann er jedoch auch Sicherheit bedeuten, wenn man einen (natürlich größeren) Anstand zu ihnen einnimmt. Schwert­kontakte oder gar Verletzungen werden auf diese Weise vermieden.

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Yondan (4. Dan)

1. Äußern Sie sich über die richtige Gebrauchsweise des Katana und die richtige Handhabung.
2. Schreiben Sie über die Körperhaltung beim Iai.
3. Erklären Sie, worauf beim Unterrichten von Anfängern besonders zu achten ist.

1. Ein Katana ist anders als ein Iaito, weil scharf und aus geschmiedeten Stahl. Somit ist die Pflege besonders, um Rostansätze, Beschädigung der polierten Oberfläche, der Form und Abrieb zu vermeiden. Die Aufbewahrung und der Transport sollte sicher (gesichert) gegen Unfall oder fremden Zugriff erfolgen.

Das Zeigen des Katanas vor Besuchern ist zu vermeiden, weil unsachgemäße und gefährliche Situationen ent­stehen können (spontanes Prüfen der Schärfe, Nachfassen). Aus der ständigen Verantwortung, die aus dem Besitz dieser Waffe erwächst, ergeben sich obige Gebrauchsregeln.

Die Verwendung beim Üben verlangt Obacht gegenüber sich selbst und vor allem bei anderen Iaidojins. Nur wenn perfekte technische Voraussetzung gelernt wurde, Zanshin stark ausgeprägt ist, kann ein Gebrauch richtig erfolgen. Noto ist zum Beispiel für einen selbst gefährlich, aber Chiburi kann bei anderen zu Verletzung führen.

Hasuji, Sayabiki sind wichtige Prüfpunkte und Anhaltswert für die Tauglichkeit eines Katanaträgers. Aber die technische Voraussetzung (man könnt Zanshin dazu rechnen) ist weniger wichtig als der Charakter des Schwertträgers. Denn durch Besitz & Gebrauch dieser Waffe entsteht und hat man Verantwortung und Respekt gegen­über seiner Umwelt. Aus dem richtigen Umgang mit einem scharfen Schwert vertieft sich Verantwortlichkeit gegenüber jeglicher, noch so »unbedeutender« Handlung des Lebens.

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2. Die Körperhaltung beim Iai ist aufrecht und gestreckt in Hüfte sowie Rücken. Durch die Zentrierung der Kraft im Hara entspannen sich die Schulter und die Hände. Der Kopf ist natürlich locker gehalten und ermöglicht schnelles Drehen sowie Auffassen der Situation. Die Knie sind im Stand leicht gebeugt. Das Gewicht des Körpers liegt beim Stehen im vorderen Teil der Füße, wodurch man sich leicht bewegen, drehen und reagieren kann. Die Hände sind leicht seitlich des Hüftgelenks. Die Finger sind geschlossen und gestreckt, allerdings nicht militärisch versteift. Sitzt man im Seiza, dann liegen die Hände entweder mittig oder weiter vorne auf dem Schenkel, beim Iaihiza seitlich in der Schenkelbeuge.

Die Körperhaltung signalisiert einem Gegner im allgemeinen, und bewirkt es spezieller, dass man auch geistig aufmerksam, reaktionsbereit und einer Situation gegenüber offen ist. Durch Einhalten von Zanshin ist man in der Körperhaltung sogleich gelassen als auch in alle Richtungen reaktionsfähig.

Beim Bewegen bleibt der Körper gestreckt, sodass Chi ungehindert in der Vertikalen fließen kann. So werden die Bewegungen leicht und gleichzeitig kraftvoll. Der Körper bleibt entspannt, die Aktion beschleunigt sich und die Übersicht bleibt.

Die Erlangung einer guten Körperhaltung entsteht durch beständiges und wiederholtes Üben der Kata und des Studieren der Kihon. Die Voraussetzungen sind körperlich unterschiedlich, aber jeder kann oben angesprochene Vorteile einer guten Haltung erlangen.

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3. An erster Stelle des Unterrichts für Anfänger stehen die Übung der Grundbewegungen und Grundtechniken (Kihon). Dazu zählen der richtige Stand, das richtige Bewegen mit der passenden Fußstellung und Beinhaltung innerhalb der Kata. Daraus ergeben sich das Erlernen von Nukitsuke, Furikaburi, Kiritsuke und Noto. Das Tragen von Iaidokleidung stellt eine weitere Schwierigkeit dar. Eine gute Schwertführung erlernt ein Anfänger Schritt für Schritt zunächst mit dem Bokken, welches einfaches Bewegen zulässt. Später ergänzt man mit einem Iaito, bei dessen Führung Feinheiten der richtigen Schwertbewegung (z.B. Tenouchi) viel deutlicher werden.

Der Anfänger wird Schritt für Schritt an die Bewegungsabläufe herangeführt. Er benötigt auch für einfache Bewegung viel Zeit, die ihm gewährt werden sollte, damit die Bewegungen internalisiert werden. Auch eigenes Ausprobieren geht vor dem absolut richtigen, das heißt, Fehler sollten zugelassen werden. So lernt man unter Anweisung vom Groben ins Feine. Die Darstellung der Kata durch Partnerübung erläutert besonders einprägsam den Sinn der jeweiligen Kata. Anfänger sollten nicht überfordert werden, damit ihr Lernen stetig und erfolgreich bleibt.

Die geistigen Aspekte des Iaido erschließen sich dem Anfänger erst später, sollten allerdings in den Grundlagen bald geschult werden. Dazu gehören zunächst das Erlernen korrekten Reihos und Regis.