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Seitei-Iai, ZNKR Iaido Kata

Seitei-Iai Formen werden von uns zur Ausbildung der Grundschule (Kihon) gelernt. Die folgende Beschreibung der Kata enthält Fragen zur Überprüfung der Form (»Kata-Check«). Das dient der Eigenübung und für die Iaido Danprüfung. Anmerkung: üben Sie Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

→ Geschichte

Als Seitei-Iai (Standard-Iai) werden 12 Grundformen bezeichnet, die von der Zen Nihon Kendo Renmei (ZNKR = Alljapanischer Kendo Verband) gebildet wurden. Es sind Lernformen, die alle wichtigen Schwerttechniken enthalten. Seitei-Iai verbreitet die Grundschule (Kihon). 

1968 wurden zuerst nur 7 Formen von Iai-Meistern verschiedener Stilrichtungen zusammen­gestellt. 1980 kamen 3 Kata hinzu und im Jahr 2000 ergänzte man 2 weitere Kata. ZNKR-Iaido ist weltweit verbreitete Basis. Wettkampf und Prüfung sind dadurch unabhängig von den individuellen Stilen der Schwertschulen. Die Bewegungsabläufe wurden vom ZNKR genau beschrieben. Sie werden periodisch weiterentwickelt.

01_Ipponme, Mae

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(Mae: nach vorne). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm Gegen­über­sitzenden aus­geht, kommt es zur Aktion (möglichst in Sen sen no sen Technik). Er führt einen ein­händigen waage­rechten Schnitt zum Kopf (durch Komekami, die Schläfe, ent­spre­chend der Augen­linie) des An­grei­fers. Diese Attacke wird von einem senk­rechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

→ Kata-Check

 
Ist das Sayabiki (Zurückziehen der Schwertscheide) während des Nukitsuke (Ziehen) ausreichend?
 
Wird das Schwert während des Furikaburi (Zurückführens) mit dem Gefühl eines Zurückstechens geführt?
 
Fällt das Kissaki (die Schwertspitze) nicht unter die Horizontale, wenn diese zum beidhändigen Schnitt auf­ge­schwungen wird? (Furikaburi)?
 
Folgt der senkrechte Schnitt (Kirioroshi) zügig nach dem Nukitsuke?
 
Ist das Kissaki am Ende des Kirioroshi leicht unter der Horizontalen?
 
Ist das Chiburi (Ausschlagen des Schwertes) natürlich ausgeführt?
 
Ist das Noto (Einstecken des Schwertes) kontrolliert und richtig ausgeführt?

02_Nihonme, Ushiro

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(Ushiro: rückwärts). Wieder sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Er ist vom Gegner abgewandt, der genau hinter ihm ist. Er spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er sich um 180° nach links herum­dreht und gleichzeitig das Schwert zieht. Er teilt einen horizontalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, welcher von einem endgültigen, beidhändigen Schnitt (siehe Mae) gefolgt wird.

→ Kata-Check

 
Wird beim Umdrehen der rechte Fuß soweit herum gesetzt, dass er in die Richtung des Nukitsuke (Ziehen des Schwertes) und Gegners ausgerichtet ist?
 
Wird der rechte Fuß fest aufgesetzt?
 
Bewegt sich der linke Fuß beim Umdrehen sicher nach vorne (zum Gegner), wenn er links aufgesetzt wird?
 
Geht die Schnittlinie korrekt durch die Schläfenregion des Angreifers?

03_Sanbonme, Ukenagashi 

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(Uke-nagashi: Gegner abgleiten lassen). Ein im Seiza Sitzender wird plötzlich von links ange­griffen. Der Iaidoka erhebt sich, zieht gleichzeitig und führt eine Abwehr in Sen no Sen mit dem Schwert­(rücken) durch. Er wehrt überkopf einen senk­rechten Schnitt ab, mit dem er angegriffen wird. Der Schnitt gleitet seitlich ab. Während­dessen dreht er sich seitlich aus der Angriffslinie heraus. Mit einem schnell folgenden beid­hän­digen Dia­go­nal­schnitt wird der Angreifer erledigt. Das Schwert vor dem Noto rechts mit dem Monouchi (vorderes Schwertdrittel) für Chinugui kurz auf das Knie abgelegt.

→ Kata-Check

 
Wird bei der Abwehr mit der Schwertkante der Oberkörper (Schulter bis Kopf) ausreichend gedeckt?
 
Setzt man den rechten Fuß nach der Abwehr nahe dem linken, um dann zum Schnitt zu gelangen?
 
Läuft der Schnitt beim Zurückziehen des linken Fußes diagonal durch die Kesa (Bauchregion) des Gegners?
 
Endet die linke Schwerthand vor dem eigenen Zentrum, während das Kissaki zum Ende des Schnitts ein wenig niedriger liegt?

04_Yonhonme, Tsukaate

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(Tsuka-ate: Stoß mit dem Griff). Der Iaidoka sitzt im Iaihiza (das rechte Bein ist aufgestellt). Es gibt zwei Angreifer, einer ist in Front und der andere im Rücken. Zur Abwehr stößt der Iaidoka mit dem hartem Ende seines Schwertgriffs (Tsuka Kashira) in den Magen des Angreifers vor ihm. Er dreht sich sofort links herum, um den Angreifer im Rücken mit einem horizontalen Stich (Tsuki) seines Schwertes zu treffen. Nun folgt nach einer Drehung zurück ein beidhändiger Überkopf-Schnitt, um den frontalen Gegner endgültig zu besiegen.

→ Kata-Check

 
Trifft die Kashira (Griffende) den Magen auf direktem Wege?
 
Ergreift die linke Hand beim Angriff des rückwärtigen Gegners das Koiguchi (Sayaöffnung) und zieht in Gegenbewegung zum eigenen Zentrum?
 
Schneidet man den ersten Gegner mit Hochnehmen des Schwertes und Drehung genau mittig?

05_Gohonme, Kesagiri

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(Kesa-giri: Schnitt durch Kesa). In der fünften Form steht der Iaidoka in der Position Tachi-Iai (Iai im Stehen). Der Feind greift mit erhobenem Schwert frontal an. Er will einen senkrechten Hieb führen. Der Angegriffene übernimmt die Initiative und geht in den Gegner mit einem nach oben geführten, schrägen Schnitt entlang des Kesa (führt über den Bereich des Klei­dung­s­stücks Kesa) hinein. Der einhändige Schnitt geht von links unten nach rechts oben. Sofort wird die Klinge oben gedreht und ein beidhändiger Schnitt entlang derselben Bahn nach unten links abwärts geführt. 

→ Kata-Check

 
Ist die rechte Hand nach Beendigung des Kesa-Schnitts oberhalb der rechten Schulter, bevor es wieder zurück geschwungen wird?
 
Ergreift (besser: bedeckt) die linke Hand das Koiguchi (Sayaöffnung), wenn der linke Fuß für das Chiburi (Ausschlagen des Schwerts) zurück genommen wird?

06_Ropponme, Morotetsuki

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(Moro-te-tsuki: Beidhändiger Stich). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff gegen zwei oder drei Gegner, von denen zwei frontal und einer rückwärtig angreift. Der Iaidoka führt als erstes einen ein­hän­­di­gen schrägen Streich gegen das Gesicht des frontalen Gegners (dabei Enbusen/Seichusen beachten) und setzt die Aktion sofort in einen beidhändigen Stich in das Zentrum des Gegner fort. Er dreht sich um 180° nach hinten und geht den rückwärtigen Angreifer mit einem Überkopfschnitt an. Gleich darauf wendet sich der Iaidoka zurück zur Ausgangsrichtung und beendet die Auseinander­setzung mit einem weiteren Überkopfschnitt. Es kann dabei der erste Gegner gemeint sein, oder ein weiterer dritter, bisher versteckter Gegner.

→ Kata-Check

 
Endet der überraschend geführte erste diagonale Streich exakt beim Kinnbogen des Angreifers?
 
Steht der Iaidoka in Zenkutsu-Dachi in schmaler Haltung hinter dem Schwert?
 
Ist der Übergang zum Stich ins Zentrum des Gegners passend mit der Fußarbeit koordiniert?
 
Führt der Iaidoka bei der Wendung zum rückwärtigen Gegner sein Schwert in einer fließenden Bewegung über den Kopf?

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