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Tritt in den HakamaHakama, das besondere Kleidungsstück

Der Hakama ist in Japan ein formales Kleidungsstück—in etwa ein Pendant zum europäischen Anzug. Wird es in einigen Budo zur Kennzeichnung von Danträgern verwendet, ist es bewegungs­technisch sinnvoll, es zu tragen. Das Bewegungsbild wird wegen der verdeckten Beine ruhiger—dadurch erhöht sich die eigene Konzentration und die der anderen. Optisch hat man einen Anhalt für die Körperproportionen oben/unten und bewegt sich besser. Es ist immer genügend Platz für weites Schreiten. Das Gehen muss konzentrierter sein, damit man nicht in den Saum des Hakama tritt und hängenbleibt (siehe Illustration rechts von Roman Schnittker).
     Ein Hakama ist also nicht ein Kleidungsstück, was man sich zu früh anschaffen sollte. Zunächst ist es eher schwierig, mit einem Hakama umzugehen. Die Bindung ist unübersichtlich (Prinzip Küchenschürze), das Tragen fällt nicht leicht (Bindung und Sitz löst sich gerne), das richtige Zusammenlegen will gelernt sein.

Die 5 Falten des Hakama

Die Falten des Hakamas werden auch mit einer symbolischen Bedeutung belegt: so stehen die zwei Falten auf der Rückseite eines Hakamas für die zwei Kriegsgötter Take-Mikazuchi-no-Kami und Futsu-Nushi-no-Kami. Die Verbindung der beiden Falten repräsentiert die Sonnengöttin, Amaterasu-Omikami. Vereint stellen sie das Prinzip Wa (Harmonie) dar.

Die fünf Falten auf der Vorderseite erinnern an die fünf Tugenden:

Jin_(Menschlichkeit, Güte),
Gi_(Integrität, Gerechtigkeit),
Rei_(Höflichkeit, Etikette, Respekt),
Chi_(Weisheit) und
Shin_(Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Realität).

Bedenken Sie:
»Man muss den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein. Laster sind echt.«
(Klaus Kinski, 1926-1991)