Iaido Einführungslehrgang Wilhelmshaven - IaidoBlog

Iaido Einführungslehrgang Wilhelmshaven

Zum kostenlosen Iaido Einführungs­lehr­gang in Wilhelms­haven trafen doch mehr Interessierte ein, als erwartet. In kleinem Dojoraum übten sich ein dutzend Budokas, die teilweise weit aus dem Umland angereist waren. Abgesehen davon, dass der weiche Mattenboden nicht optimal für Iaido Kata und die Zehen der Anwesenden wirkte, übten alle begeistert über den Zeitraum von 3 Stunden.

Erfahrungen unterschiedlich

Der Iaido-Dojoleiter Hajo Neumann, SDS Wilhelmshaven hatte zu einem Einführungs­­lehrgang eingeladen. Als Trainer war Cornelius Lockau aus Hamburg gekommen, mit der MIssion, innerhalb der kurzen Zeit ein Feeling für Iaido herzustellen. Mehr konnte es im Grunde nicht sein, denkt man an die jahre- bis jahrzehntelange Mühe, die man für die Durchdringung von Iaitechnik und Iaidoformen aufbringen muss. Die Vorerfahrungen waren breit gesteut. Einige der Teilnehmer hatten kurzzeitig Erfahrung mit Iaido gehabt und traten teilweise mit Iaito an, andere hielten das erste Mal ein schwertähnliches Gebilde (Bokken) in der Hand.

Für alle etwas zu tun

Ich (jetzt spricht der Trainer & Autor) finde, ein breites Spektrum an Können sollte nicht Voraussetzung sein. Bis zu grundlegenden Basistechniken (»die runde Seite des Bokken ist die Klingenschärfe, die linke Hand ist am Griff unten« usw.) ist schnell alles eingeführt. Die übrigen Dinge ergeben sich beim Üben. Auch Fortgeschrittene können sich Gedanken über profane Dinge wie z.B. zur Schrittbreite machen. Er wird vermutlich genauer auf das Timing im Verhältnis zu Körper- und Schwertbewegung achten, während der Anfänger die Beine links oder rechts vorsortiert. Geht man von inneren Vorgaben aus, dann ist die Form nicht erheblich. Das ist ein Vorteil: inneres Iai schert sich nicht um winkelgetreue Ausführung, sondern um sinnhafte Art und Weise.

Katacheck in Partnerübung

Nun sind die Kata geeignet, um einen Einblick in die »Bewegungslogik« des Iai zu erzeugen. Die Teilnehmer konnten sich in vielen Kata in der zur Verfügung stehenden Zeit überzeugen, wie Iaido funktioniert. Mit Partnerübungen wurde die äußere Szenerie verdeutlicht und die Funktion überprüfbar. Die anwesenden Budoka waren zum Teil gestandene Kämpfer des Jiu-Jitsu, die darüber begeistert und sehr offen in die Form hineinfanden. Geübt wurden viele Formen des Seitei-Iai: Mae, Ukenagashi, Morotetsuki, Ganmenate und am Ende auch Koryu Inyoshintai sowie Koranto.

In kleinen Schritten wachsen

Die vielen kleinen Korrekturen, die die Teilnehmer parallel zu den »großen« Erläuterungen erhalten haben, begleitend oder katalytisch wirkend, haben individuelle Anreize für das Iaidoerlernen gesetzt. Beispielsweise hat ein Teilnehmer bei stehenden Formen von Schnitt­wechsel zu Schnitt­wechsel eine kleine, aber für den Ablauf störende Pause ein­ge­baut. Ohne diese Pause unmittelbar von Schnitt zu Schnitt zu gehen mag eine Kleinigkeit sein, hat aber fundamentale Bedeutung für die Bewältigung dieser/aller Kata. So kann eine kleine Korrektur Auswirkung auf das Ganze erlangen. Weitere Fragen kamen auf. Müssen die Schritte alle gleich belastet werden? Was passiert, wenn der zweite Schritt der Kata kürzer im Rhythmus gewertet wird?

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