Iaido-Kata

Grundschule

Bei diesen Katas geht es um einen guten Einstieg in alle Iaido­for­men. Grund­sätzlich sind viele Techniken & Ansätze ent­halten. Sie stammen aus diversen Stilen und Schwert­schulen. Es wird ein breites Spektrum an Möglich­keiten ab­ge­deckt. Seitei-Iai Formen werden von uns zur Ausbildung der Grundschule (Kihon) gelernt. Die folgende Be­schreibung der Kata enthält Fragen zur Über­prüfung der Form (»Kata-Check«). Das dient der Eigenübung und für die Iaido Dan­prüfung.
Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

 

01_ Mae

Ipponme, Mae

(Mae: nach vorne). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm Gegen­über­sitzenden aus­geht, kommt es zur Aktion (möglichst in Sen sen no sen Technik = durch Gespür ›Sen‹ initiativ und der Angriff  unmittelbar vor dem Angriff des Gegners präemptiv). Er führt einen ein­händigen waage­rechten Schnitt zum Kopf (durch Komekami, die Schläfe, ent­spre­chend der Augen­linie) des An­grei­fers. Diese Attacke wird von einem senk­rechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

02_ Ushiro

Nihonme, Ushiro

(Ushiro: rückwärts). Wieder sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Er ist vom Gegner abgewandt, der genau hinter ihm ist. Er spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er sich um 180° nach links herum­dreht und gleichzeitig das Schwert zieht. Er teilt einen horizontalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, welcher von einem endgültigen, beidhändigen Schnitt (siehe Mae) gefolgt wird.

03_ Ukenagashi

Sanbonme, Ukenagashi

(Uke-nagashi: Gegner abgleiten lassen). Ein im Seiza Sitzender wird plötzlich von links ange­griffen. Der Iaidoka erhebt sich, zieht gleichzeitig und führt eine Abwehr in Sen no Sen (Aktion während des Angriffs) mit dem Schwert­(rücken) durch. Er wehrt überkopf einen senk­rechten Schnitt ab, mit dem er angegriffen wird. Der Schnitt gleitet seitlich ab. Während­dessen dreht er sich seitlich aus der Angriffslinie heraus. Mit einem schnell folgenden beid­hän­digen Dia­go­nal­schnitt wird der Angreifer erledigt. Das Schwert vor dem Noto rechts mit dem Monouchi (vorderes Schwertdrittel) für Chinugui kurz auf das Knie abgelegt.

04_ Tsukaate

Yonhonme, Tsukaate

(Tsuka-ate: Stoß mit dem Griff). Der Iaidoka sitzt im Iaihiza (das rechte Bein ist aufgestellt). Es gibt zwei Angreifer, einer ist in Front und der andere im Rücken. Zur Abwehr stößt der Iaidoka mit dem hartem Ende seines Schwertgriffs (Tsuka Kashira) in den Magen des Angreifers vor ihm. Er dreht sich sofort links herum, um den Angreifer im Rücken mit einem horizontalen Stich (Tsuki) seines Schwertes zu treffen. Nun folgt nach einer Drehung zurück ein beidhändiger Überkopf-Schnitt, um den frontalen Gegner endgültig zu besiegen.

05_ Kesagiri

Gohonme, Kesagiri

(Kesa-giri: Schnitt durch Kesa). In der fünften Form steht der Iaidoka in der Position Tachi-Iai (Iai im Stehen). Der Feind greift mit erhobenem Schwert frontal an. Er will einen senkrechten Hieb führen. Der Angegriffene übernimmt die Initiative und geht in den Gegner mit einem nach oben geführten, schrägen Schnitt entlang des Kesa (führt über den Bereich des Klei­dung­s­stücks Kesa) hinein. Der einhändige Schnitt geht von links unten nach rechts oben. Sofort wird die Klinge oben gedreht und ein beidhändiger Schnitt entlang derselben Bahn nach unten links abwärts geführt.

06_ Tsukaate

Ropponme, Morotetsuki

(Moro-te-tsuki: Beidhändiger Stich). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff gegen zwei oder drei Gegner, von denen zwei frontal und einer rückwärtig angreift. Der Iaidoka führt als erstes einen ein­hän­­di­gen schrägen Streich gegen das Gesicht des frontalen Gegners (dabei Enbusen/Seichusen beachten) und setzt die Aktion sofort in einen beidhändigen Stich in das Zentrum des Gegner fort. Er dreht sich um 180° nach hinten und geht den rückwärtigen Angreifer mit einem Überkopfschnitt an. Gleich darauf wendet sich der Iaidoka zurück zur Ausgangsrichtung und beendet die Auseinander­setzung mit einem weiteren Überkopfschnitt. Es kann dabei der erste Gegner gemeint sein, oder ein weiterer dritter, bisher versteckter Gegner.

07_ Sanpogiri

Nanhonme, Sanpogiri

(San-po-giri: 3-Richtungen-Schnitt). Der Iaidoka sieht drei Gegner, die ihn bedrohen und auf ihn zukommen. Sie wollen ihn angreifen. Mit Ki wird der frontale Gegner angegangen und bedroht. Dann erfolgt eine ausweichende (überraschende) Wendung nach rechts. Der rechte Gegner wird mit einem einhändigen Streich zum Kopf, als nächstes der linke Gegner mit beid­händig mittigen und anschließend der mittlere Gegner mit frontalen Schnitt besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und in Zanshin zurückgetreten.

08_ Ganmenate

Happonme, Ganmenate

(Gan-men-ate: Stoß ins Gesicht). Der Schwert­kämpfer wird von zwei Personen angegriffen. Die eine nähert sich frontal und eine andere von hinten. In dem Moment, wo Angriffslust bemerkt wird, reagiert der Iaidoka, indem er mit dem harten Ende seines Schwert­­­­griffes ins Gesicht des Angreifers schlägt (Tsukaate), bevor dieser sein Schwert benutzen kann. Mit einer Wendung um 180° stößt er einhändig die Spitze des da­bei ge­zo­genen Schwertes ins Zentrum des hinteren Angreifers. Nach einer weiteren Drehung zurück wird der eingangs betäubte frontale Gegner mit beidhändigen Überkopfschnitt besiegt.

09_ Soetezuki

Kyuhonme, Soetezuki

(Soe-te-zuki: Stich mit angelegter Hand). Während des Gehens wird der Iaidoka von einem Gegner von links angegriffen. Entweder greift er das Schwert, um es zu entwenden, oder er zieht sein eigenes zum Angriff. Man begegnet der Aggression in flüssiger linker ¼ Wendung mit einem diagonalen Kesagiri von links nach rechts. Es folgt ein endgültiger Stich ins Zentrum des Gegners (mit angelegter Hand).

10_ Shihogiri

Jyupponme, Shihogiri

(Shi-ho-giri: 4-Richtungen-Schnitt). Man geht auf vier Gegner zu, die einen einkreisen. Im Moment der Spannung kommt man den Angreifern zuvor. Der sein Schwert ziehende Angreifer von schräg rechts wird mit einem Schlag des Griffes auf die Hand gebremst, der Gegner hinten links mit (Sen) Sen no Sen und Stich ins Zentrum erledigt. Eine Wendung zum ersten Gegner mit senkrechtem Schnitt schaltet diesen aus, dann werden ebenso der Gegner rechts hinten und zuletzt der Gegner links vorne besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und Zanshin zurückgetreten.

11_ Soogiri

Jyu-ipponme, Soogiri

(Soo-giri: Alle Schnitte). Im Gehen kommt der Iaidoka auf einen Gegner zu. Indem er den Angriff voraus­sieht, zieht er das Schwert in Ukenagashi Abwehr. Gleich darauf schneidet er konternd und in Okuri-Ashi vorwärtsrückend den Gegner rechts mit Schnitt von der Schläfe bis zum Kinn, dann links mit einem Schnitt von Schulter bis ins Zentrum, dann wiederum rechts vom Unterarm bis zum Zentrum, dann anschließend mit Horizontal­schnitt von links nach rechts durch die Hüfte und zuguter­letzt beendet ein senkrechter Über­kopf­schnitt das Ganze.

12_ Nukiuchi

Jyu-Nihonme, Nukiuchi

(Nuki-uchi: Ziehen und Schlagen). Ein Angreifer steht direkt vor dem Iaidoka. Wenn der Gegner plötzlich die Waffe gebraucht, zieht der Verteidiger sein Schwert überkopf zur Ukenagashi Abwehr und weicht sicher­heits­halber gleichzeitig einen Schritt zurück. An­schlie­ßend folgt sogleich konternd ein endgültiger Schnitt bei gleich­zei­tigem Schritt nach vorne. Ein Schritt rückwärts bei gleichzeitigem Chiburi aus der Ge­fah­ren­zone beendet die Form.

Erste Stufe

Die zwölf Formen der Omori Ryu stellen die erste Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. In diesem Kreis sind insgesamt 3 Unterschulen versammelt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Alle Formen der Omori-Ryu bis auf eine starten aus dem Seiza, dem japanischen Kniesitz. Das Hinsetzen, Schneiden und weitere Details unterscheiden sich von den Seitei-Iai Formen.
Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

01_Shohatto

Shohatto

(Shohat-to: Beginnendes Schwert). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm gegen­über Sitzenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er führt einen einhändigen waage­rechten Schnitt zum Kopf des Angreifers und rückt mit Ki vor.
Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­händigen Schnitt gefolgt, der die Form beendet.

02_Sato

Sato

(Sa-to: Linkes Schwert). Wieder sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm links Sitzenden oder Kommen­den­ ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach links, führt einen einhändigen waage­rechten Schnitt zum Kopf des Angreifers und rückt bedrohend vor.
Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­hän­digen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

03_ Ukenagashi

Sanbonme, Ukenagashi

(Uke-nagashi: Gegner abgleiten lassen). Ein im Seiza Sitzender wird plötzlich von links ange­griffen. Der Iaidoka erhebt sich, zieht gleichzeitig und führt eine Abwehr in Sen no Sen (Aktion während des Angriffs) mit dem Schwert­(rücken) durch. Er wehrt überkopf einen senk­rechten Schnitt ab, mit dem er angegriffen wird. Der Schnitt gleitet seitlich ab. Während­dessen dreht er sich seitlich aus der Angriffslinie heraus. Mit einem schnell folgenden beid­hän­digen Dia­go­nal­schnitt wird der Angreifer erledigt. Das Schwert vor dem Noto rechts mit dem Monouchi (vorderes Schwertdrittel) für Chinugui kurz auf das Knie abgelegt.

04_ Tsukaate

Yonhonme, Tsukaate

(Tsuka-ate: Stoß mit dem Griff). Der Iaidoka sitzt im Iaihiza (das rechte Bein ist aufgestellt). Es gibt zwei Angreifer, einer ist in Front und der andere im Rücken. Zur Abwehr stößt der Iaidoka mit dem hartem Ende seines Schwertgriffs (Tsuka Kashira) in den Magen des Angreifers vor ihm. Er dreht sich sofort links herum, um den Angreifer im Rücken mit einem horizontalen Stich (Tsuki) seines Schwertes zu treffen. Nun folgt nach einer Drehung zurück ein beidhändiger Überkopf-Schnitt, um den frontalen Gegner endgültig zu besiegen.

05_ Kesagiri

Gohonme, Kesagiri

(Kesa-giri: Schnitt durch Kesa). In der fünften Form steht der Iaidoka in der Position Tachi-Iai (Iai im Stehen). Der Feind greift mit erhobenem Schwert frontal an. Er will einen senkrechten Hieb führen. Der Angegriffene übernimmt die Initiative und geht in den Gegner mit einem nach oben geführten, schrägen Schnitt entlang des Kesa (führt über den Bereich des Klei­dung­s­stücks Kesa) hinein. Der einhändige Schnitt geht von links unten nach rechts oben. Sofort wird die Klinge oben gedreht und ein beidhändiger Schnitt entlang derselben Bahn nach unten links abwärts geführt.

06_ Tsukaate

Ropponme, Morotetsuki

(Moro-te-tsuki: Beidhändiger Stich). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff gegen zwei oder drei Gegner, von denen zwei frontal und einer rückwärtig angreift. Der Iaidoka führt als erstes einen ein­hän­­di­gen schrägen Streich gegen das Gesicht des frontalen Gegners (dabei Enbusen/Seichusen beachten) und setzt die Aktion sofort in einen beidhändigen Stich in das Zentrum des Gegner fort. Er dreht sich um 180° nach hinten und geht den rückwärtigen Angreifer mit einem Überkopfschnitt an. Gleich darauf wendet sich der Iaidoka zurück zur Ausgangsrichtung und beendet die Auseinander­setzung mit einem weiteren Überkopfschnitt. Es kann dabei der erste Gegner gemeint sein, oder ein weiterer dritter, bisher versteckter Gegner.

07_ Sanpogiri

Nanhonme, Sanpogiri

(San-po-giri: 3-Richtungen-Schnitt). Der Iaidoka sieht drei Gegner, die ihn bedrohen und auf ihn zukommen. Sie wollen ihn angreifen. Mit Ki wird der frontale Gegner angegangen und bedroht. Dann erfolgt eine ausweichende (überraschende) Wendung nach rechts. Der rechte Gegner wird mit einem einhändigen Streich zum Kopf, als nächstes der linke Gegner mit beid­händig mittigen und anschließend der mittlere Gegner mit frontalen Schnitt besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und in Zanshin zurückgetreten.

08_ Ganmenate

Happonme, Ganmenate

(Gan-men-ate: Stoß ins Gesicht). Der Schwert­kämpfer wird von zwei Personen angegriffen. Die eine nähert sich frontal und eine andere von hinten. In dem Moment, wo Angriffslust bemerkt wird, reagiert der Iaidoka, indem er mit dem harten Ende seines Schwert­­­­griffes ins Gesicht des Angreifers schlägt (Tsukaate), bevor dieser sein Schwert benutzen kann. Mit einer Wendung um 180° stößt er einhändig die Spitze des da­bei ge­zo­genen Schwertes ins Zentrum des hinteren Angreifers. Nach einer weiteren Drehung zurück wird der eingangs betäubte frontale Gegner mit beidhändigen Überkopfschnitt besiegt.

09_ Soetezuki

Kyuhonme, Soetezuki

(Soe-te-zuki: Stich mit angelegter Hand). Während des Gehens wird der Iaidoka von einem Gegner von links angegriffen. Entweder greift er das Schwert, um es zu entwenden, oder er zieht sein eigenes zum Angriff. Man begegnet der Aggression in flüssiger linker ¼ Wendung mit einem diagonalen Kesagiri von links nach rechts. Es folgt ein endgültiger Stich ins Zentrum des Gegners (mit angelegter Hand).

10_ Shihogiri

Jyupponme, Shihogiri

(Shi-ho-giri: 4-Richtungen-Schnitt). Man geht auf vier Gegner zu, die einen einkreisen. Im Moment der Spannung kommt man den Angreifern zuvor. Der sein Schwert ziehende Angreifer von schräg rechts wird mit einem Schlag des Griffes auf die Hand gebremst, der Gegner hinten links mit (Sen) Sen no Sen und Stich ins Zentrum erledigt. Eine Wendung zum ersten Gegner mit senkrechtem Schnitt schaltet diesen aus, dann werden ebenso der Gegner rechts hinten und zuletzt der Gegner links vorne besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und Zanshin zurückgetreten.

11_ Soogiri

Jyu-ipponme, Soogiri

(Soo-giri: Alle Schnitte). Im Gehen kommt der Iaidoka auf einen Gegner zu. Indem er den Angriff voraus­sieht, zieht er das Schwert in Ukenagashi Abwehr. Gleich darauf schneidet er konternd und in Okuri-Ashi vorwärtsrückend den Gegner rechts mit Schnitt von der Schläfe bis zum Kinn, dann links mit einem Schnitt von Schulter bis ins Zentrum, dann wiederum rechts vom Unterarm bis zum Zentrum, dann anschließend mit Horizontal­schnitt von links nach rechts durch die Hüfte und zuguter­letzt beendet ein senkrechter Über­kopf­schnitt das Ganze.

12_ Nukiuchi

Jyu-Nihonme, Nukiuchi

(Nuki-uchi: Ziehen und Schlagen). Ein Angreifer steht direkt vor dem Iaidoka. Wenn der Gegner plötzlich die Waffe gebraucht, zieht der Verteidiger sein Schwert überkopf zur Ukenagashi Abwehr und weicht sicher­heits­halber gleichzeitig einen Schritt zurück. An­schlie­ßend folgt sogleich konternd ein endgültiger Schnitt bei gleich­zei­tigem Schritt nach vorne. Ein Schritt rückwärts bei gleichzeitigem Chiburi aus der Ge­fah­ren­zone beendet die Form.

Mittlere Stufe

Die zehn Formen der Hasegawa Eishin Ryu stellen die mittlere Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. Alle Formen bis auf Nukiuchi starten aus dem Iaihiza. Hierbei wird, vom japanischen Kniesitz (Seiza) ausgehend, das rechte Bein aufgestellt. Die Hände werden mit den Hand­flächen nach oben gelegt.
Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

01_Yokugumo

Yokugumo

(Yoku-gumo: Seitliche Wolke). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Be­dro­hung erkennt, die von einem ihm Gegen­über­sit­zen­den ausgeht, kommt es zur Aktion.

Er weicht mit einem Ausfallschritt nach hinten aus und führt einen einhändigen waage­rech­ten Schnitt zum Kopf des Angreifers. Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt. Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­händigen Schnitt gefolgt, der die Form beendet.

02_Toraisoku

Toraisoku

(Tigerpranke). Wieder sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Ein Angreifer zieht das Schwert zum Bein des Sitzenden. Im Kontern weicht der Iaidoka zurück und zieht sein Schwert. Der Griff wird leicht von oben gegriffen und nach dem Ziehen wird das Schwert sogleich entschlossen nach unten gedrückt. Die Klinge des Angreifers wird abgefangen. Das Schwert schlägt von oben vergleichbar einer Tigerpranke zu.

Das ist eine Abwehr mit dem Klingenrücken (vergleiche die Kata Ukenagashi). Dann wird die Sache mit senkrechtem Schnitt abgeschlossen.

03_Inazuma

Inazuma

(Inazuma: Blitz). Ein im Iaihiza Sitzender wird frontal angegriffen. Es wird vergleichbar mit der Seitei-Iai Kata Morotezuki während des Zurück­weichens schräg zum Kopf des Angreifers von links oben nach rechts unten gezogen. Alternativ auch in einen heran Stürmenden hinein.
Danach folgt gleich ein kräftiger beidhändiger Schnitt, um den Angreifer endgültig zu besiegen.

04_Ukigumo

Ukigumo

(Uki-gumo: Schwebende Wolke). Der Iaidoka sitzt im Iaihiza. Er wird von einem rechts Sitzenden angegriffen, der zum Schwertgriff des Iaidokas greifen will. Dieser steht auf, zieht den Griff des Schwertes nach hinten, um diesen Versuch zu vereiteln. Dann schlägt er mit dem Griff zurück, rückt dem Angreifer nahe und zieht nach rechts seitwärts.
Mit beigelegter Hand (vergl. Soetezuki) wird das Schwert an den Angreifer angelegt und durch­ge­zogen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht diesem ein Ende.

05_Yamaoroshi

Yamaoroshi

(Yama-oroshi: Bergwind). In der fünften Form greift der rechts sitzende Feind an. Er will mög­licher­weise den Schwertgriff des Iaidokas weg­reissen oder selbst sein Schwert ziehen.
Der Iaidoka kommt dem Angriff zuvor und schlägt seinen Schwertgriff auf die Arme oder Hände des (ziehenden) Gegners. Der Griff wird zum Stoß gegen den Kopf hoch gezogen. Er rückt an den Gegner heran, um ihn zu bedrängen und zieht das Schwert nach rechts aus.
Mit beigelegter Hand wird das Schwert an den Angreifer angelegt und durch­ge­zogen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht allem ein Ende.

06_Iwanami

Iwanami

(Iwanami: Welle am Fels). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines links sitzenden Gegners. Im Moment des Angriffs rückt der Iaidoka ausweichend nach hinten und zieht sein Katana. Mit abrupter 90° Körperwendung nach links umgreift und dreht er sein Schwert gleichzeitig. So kann er dann mit Soetezuki-Technik den Gegner stechen.
Mit beigelegter Hand wird das Schwert an den An­grei­fer angelegt und ab­ge­zo­gen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht allem ein Ende.

07_ Sanpogiri

Nanhonme, Sanpogiri

(San-po-giri: 3-Richtungen-Schnitt). Der Iaidoka sieht drei Gegner, die ihn bedrohen und auf ihn zukommen. Sie wollen ihn angreifen. Mit Ki wird der frontale Gegner angegangen und bedroht. Dann erfolgt eine ausweichende (überraschende) Wendung nach rechts. Der rechte Gegner wird mit einem einhändigen Streich zum Kopf, als nächstes der linke Gegner mit beid­händig mittigen und anschließend der mittlere Gegner mit frontalen Schnitt besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und in Zanshin zurückgetreten.

08_ Ganmenate

Happonme, Ganmenate

(Gan-men-ate: Stoß ins Gesicht). Der Schwert­kämpfer wird von zwei Personen angegriffen. Die eine nähert sich frontal und eine andere von hinten. In dem Moment, wo Angriffslust bemerkt wird, reagiert der Iaidoka, indem er mit dem harten Ende seines Schwert­­­­griffes ins Gesicht des Angreifers schlägt (Tsukaate), bevor dieser sein Schwert benutzen kann. Mit einer Wendung um 180° stößt er einhändig die Spitze des da­bei ge­zo­genen Schwertes ins Zentrum des hinteren Angreifers. Nach einer weiteren Drehung zurück wird der eingangs betäubte frontale Gegner mit beidhändigen Überkopfschnitt besiegt.

09_ Soetezuki

Kyuhonme, Soetezuki

(Soe-te-zuki: Stich mit angelegter Hand). Während des Gehens wird der Iaidoka von einem Gegner von links angegriffen. Entweder greift er das Schwert, um es zu entwenden, oder er zieht sein eigenes zum Angriff. Man begegnet der Aggression in flüssiger linker ¼ Wendung mit einem diagonalen Kesagiri von links nach rechts. Es folgt ein endgültiger Stich ins Zentrum des Gegners (mit angelegter Hand).

10_ Shihogiri

Jyupponme, Shihogiri

(Shi-ho-giri: 4-Richtungen-Schnitt). Man geht auf vier Gegner zu, die einen einkreisen. Im Moment der Spannung kommt man den Angreifern zuvor. Der sein Schwert ziehende Angreifer von schräg rechts wird mit einem Schlag des Griffes auf die Hand gebremst, der Gegner hinten links mit (Sen) Sen no Sen und Stich ins Zentrum erledigt. Eine Wendung zum ersten Gegner mit senkrechtem Schnitt schaltet diesen aus, dann werden ebenso der Gegner rechts hinten und zuletzt der Gegner links vorne besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und Zanshin zurückgetreten.

Verborgene Stufe

Die einundzwanzig Formen der Okuden Ryu stellen die dritte Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. Die Formen teilen sich in sitzende (Zagyo) und stehende Formen (Tachiwaza) auf. Es gibt teilweise unterschiedliche Versio­nen der Formen. Okuden ist die verborgene und ehemals geheime Stufe. Die wahren Bedeutungen der Formen (Bunkai) liegt hinter den Situationen und Beschreibungen und muss selbst erkannt werden. Es sind Abwandlungen der Technik, deren Umdeutung bis hin auf psychologische Ebene möglich ist.

Anmerkung: übe gerade diese Iaido-Kata nur unter An­leitung eines erfahrenen Iaido-Trainers! Okuden-Kata sind besser für Fortgeschrittene geeignet. Die Formen wirken einfach, können würden aber zu Unfällen führen. Die richtige Ausführung benötigt viel Erfahrung und Übersicht.

01_Kasumi (Schläfe, wörtlich: Dunst)

In der ersten Form sitzt der Iaidoka wie in allen Okuden-Formen im Iaihiza. Wenn er den Angriff erahnt, zieht er das Schwert zu waagerechtem Schnitt durch, wendet es und schneidet in Gegenrichtung, hebt es abschließend über den Kopf zum beidhändigen senkrechtem Schnitt.

Der Iaidoka rückt nach jedem Schnitt nach vorne vor, bis er endlich den Gegner erreicht.

02_Sunegakoi (Schienbeinschutz)

Der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm vor ihm Sitzenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er rückt nach hinten, führt einen einhändigen tiefen Abwehrschlag auf das Schwert des Angreifers.

Diese Abwehr wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt.

03_Shihogiri (Schnitt in vier Richtungen)

Wieder sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von ihm vier Um­rin­gen­den ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach hinten links, zieht das Schwert im Aufsitzen und sticht den Gegner in den Magen.

Diese Attacke wird von weiteren senkrechten beidhändigen Schnitten gefolgt. Zunächst dreht der Iaidoka im Sitzen zum hinteren rechten Gegner und schneidet ihn. Dann geht es zum links vorderen und zum Schluß an den vorne rechts befindlichen Gegner.

04_Tozume (An der Tür vorbereitet auf Gegner warten)

Der Iaidoka wartet im Iaihiza. Rechts von ihm ist ein Eingang. Ein Gegner kommt durch den Eingang. Der Iaidoka spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er halbrechts herumdreht und gleichzeitig das Schwert zieht.

Er teilt einen schrägen (vergleiche Morotetsuki) vertikalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, wendet sich anschließend gleich nach links zu einem weiteren Gegner und zieht einen endgültigen, beidhändigen Schnitt durch.

05_Towaki (Neben der Tür)

Es ist fast dieselbe Situation wie in der vorherigen Kata. In dieser Form greift der vorne sitzende Feind an. Er wird mit einhändigen waagerechten Stich attackiert.

Ein zweiter Feind kommt hinzu und stürmt zum Eingang hinein. Der Iaidoka wendet sich ihm auf der Stelle zu und führt einen senkrechten beidhändigen Schnitt zum Angreifers und rückt dabei vor.

06_Tanashita (Unter dem Hausboden)

Der Iaidoka sitzt beobachtend unter dem Hausboden (eines typischen japanischen Hauses) versteckt. Wenn der Gegner in der Nähe ist, rückt er mit Ziehen des Schwertes in gebückter Haltung aus seinem Unterstand nach vorne.

Wenn er es aus dem Versteck geschafft hat, hebt er das Schwert zum beidhändigen senk­rech­tem Schnitt.

07_Ryozume (Seitlich eingeengt)

Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines von vorne kommenden Gegners. Seitlich ist kein Platz für ausladende Bewegung. Der Iaidoka bewegt sich aus dem Iaihiza nach vorne. Er zieht in fließender Bewegung sein Schwert und hält es beidhändig vor sich (vergleiche mit Morotetsuki). Mit einem energischen Vorrücken und Streckung nach vorne sticht er den Gegner.

08_Torabashiri (Tigergang)

Nun verteidigt man sich gegen die Bedrohung eines vorne blockierenden Gegners. Seitlich ist kein Platz für ausladende Bewegung. Der Iaidoka bewegt sich aus dem Iaihiza nach vorne und schleicht sich in leisen Schritten und geduckter Haltung an. Er zieht in fließender Bewegung sein Schwert trifft und schneidet dann.

Auf dem Rückzug in geduckter Haltung wird er erneut attackiert. Der Gegner wird aber in die schnell gezogene Klinge hineinlaufen.