Iaido-Kata

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Grundschule

Bei diesen zwölf Katas geht es um einen guten Einstieg in alle Iaido­for­men. Grund­sätzlich sind viele Techniken & Ansätze ent­halten. Sie stammen aus diversen Stilen und Schwert­schulen. Es wird ein breites Spektrum an Möglich­keiten ab­ge­deckt. Seitei-Iai Formen werden von uns zur Ausbildung der Grundschule (Kihon) gelernt. Die folgende Be­schreibung der Kata enthält Fragen zur Über­prüfung der Form (»Kata-Check«). Das dient der Eigenübung und für die Iaidoprüfung.
Im Film werden die ersten 10 Katas gezeigt, die letzten beiden Formen sind nach Entstehung der Aufnahmen hinzugekommen.

Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

Ipponme, Mae

(Mae: nach vorne). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm Gegen­über­sitzenden aus­geht, kommt es zur Aktion (möglichst in Sen sen no sen Technik = durch Gespür ›Sen‹ initiativ und der Angriff unmittelbar vor dem Angriff des Gegners präemptiv). Er führt einen ein­händigen waage­rechten Schnitt zum Kopf (durch Komekami, die Schläfe, ent­spre­chend der Augen­linie) des An­grei­fers. Diese Attacke wird von einem senk­rechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Nihonme, Ushiro

(Ushiro: rückwärts). Wieder sitzt der Iaidoka im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Er ist vom Gegner abgewandt, der genau hinter ihm ist. Er spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er sich um 180° nach links herum­dreht und gleichzeitig das Schwert zieht. Er teilt einen horizontalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, welcher von einem endgültigen, beidhändigen Schnitt (siehe Mae) gefolgt wird.

Sanbonme, Ukenagashi

(Uke-nagashi: Gegner abgleiten lassen). Ein im Seiza Sitzender wird plötzlich von links ange­griffen. Der Iaidoka erhebt sich, zieht gleichzeitig und führt eine Abwehr in Sen no Sen (Aktion während des Angriffs) mit dem Schwert­(rücken) durch. Er wehrt überkopf einen senk­rechten Schnitt ab, mit dem er angegriffen wird. Der Schnitt gleitet seitlich ab. Während­dessen dreht er sich seitlich aus der Angriffslinie heraus. Mit einem schnell folgenden beid­hän­digen Dia­go­nal­schnitt wird der Angreifer erledigt. Das Schwert vor dem Noto rechts mit dem Monouchi (vorderes Schwertdrittel) für Chinugui kurz auf das Knie abgelegt.

Yonhonme, Tsukaate

(Tsuka-ate: Stoß mit dem Griff). Der Iaidoka sitzt im Iaihiza (das rechte Bein ist aufgestellt). Es gibt zwei Angreifer, einer ist in Front und der andere im Rücken. Zur Abwehr stößt der Iaidoka mit dem hartem Ende seines Schwertgriffs (Tsuka Kashira) in den Magen des Angreifers vor ihm. Er dreht sich sofort links herum, um den Angreifer im Rücken mit einem horizontalen Stich (Tsuki) seines Schwertes zu treffen. Nun folgt nach einer Drehung zurück ein beidhändiger Überkopf-Schnitt, um den frontalen Gegner endgültig zu besiegen.

Gohonme, Kesagiri

(Kesa-giri: Schnitt durch Kesa). In der fünften Form steht der Iaidoka in der Position Tachi-Iai (Iai im Stehen). Der Feind greift mit erhobenem Schwert frontal an. Er will einen senkrechten Hieb führen. Der Angegriffene übernimmt die Initiative und geht in den Gegner mit einem nach oben geführten, schrägen Schnitt entlang des Kesa (führt über den Bereich des Klei­dung­s­stücks Kesa) hinein. Der einhändige Schnitt geht von links unten nach rechts oben. Sofort wird die Klinge oben gedreht und ein beidhändiger Schnitt entlang derselben Bahn nach unten links abwärts geführt.

Ropponme, Morotetsuki

(Moro-te-tsuki: Beidhändiger Stich). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff gegen zwei oder drei Gegner, von denen zwei frontal und einer rückwärtig angreift. Der Iaidoka führt als erstes einen ein­hän­­di­gen schrägen Streich gegen das Gesicht des frontalen Gegners (dabei Enbusen/Seichusen beachten) und setzt die Aktion sofort in einen beidhändigen Stich in das Zentrum des Gegner fort. Er dreht sich um 180° nach hinten und geht den rückwärtigen Angreifer mit einem Überkopfschnitt an. Gleich darauf wendet sich der Iaidoka zurück zur Ausgangsrichtung und beendet die Auseinander­setzung mit einem weiteren Überkopfschnitt. Es kann dabei der erste Gegner gemeint sein, oder ein weiterer dritter, bisher versteckter Gegner.

Nanhonme, Sanpogiri

(San-po-giri: 3-Richtungen-Schnitt). Der Iaidoka sieht drei Gegner, die ihn bedrohen und auf ihn zukommen. Sie wollen ihn angreifen. Mit Ki wird der frontale Gegner angegangen und bedroht. Dann erfolgt eine ausweichende (überraschende) Wendung nach rechts. Der rechte Gegner wird mit einem einhändigen Streich zum Kopf, als nächstes der linke Gegner mit beid­händig mittigen und anschließend der mittlere Gegner mit frontalen Schnitt besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und in Zanshin zurückgetreten.

Happonme, Ganmenate

(Gan-men-ate: Stoß ins Gesicht). Der Schwert­kämpfer wird von zwei Personen angegriffen. Die eine nähert sich frontal und eine andere von hinten. In dem Moment, wo Angriffslust bemerkt wird, reagiert der Iaidoka, indem er mit dem harten Ende seines Schwert­­­­griffes ins Gesicht des Angreifers schlägt (Tsukaate), bevor dieser sein Schwert benutzen kann. Mit einer Wendung um 180° stößt er einhändig die Spitze des da­bei ge­zo­genen Schwertes ins Zentrum des hinteren Angreifers. Nach einer weiteren Drehung zurück wird der eingangs betäubte frontale Gegner mit beidhändigen Überkopfschnitt besiegt.

Kyuhonme, Soetezuki

(Soe-te-zuki: Stich mit angelegter Hand). Während des Gehens wird der Iaidoka von einem Gegner von links angegriffen. Entweder greift er das Schwert, um es zu entwenden, oder er zieht sein eigenes zum Angriff. Man begegnet der Aggression in flüssiger linker ¼ Wendung mit einem diagonalen Kesagiri von links nach rechts. Es folgt ein endgültiger Stich ins Zentrum des Gegners (mit angelegter Hand).

Jyupponme, Shihogiri

(Shi-ho-giri: 4-Richtungen-Schnitt). Man geht auf vier Gegner zu, die einen einkreisen. Im Moment der Spannung kommt man den Angreifern zuvor. Der sein Schwert ziehende Angreifer von schräg rechts wird mit einem Schlag des Griffes auf die Hand gebremst, der Gegner hinten links mit (Sen) Sen no Sen und Stich ins Zentrum erledigt. Eine Wendung zum ersten Gegner mit senkrechtem Schnitt schaltet diesen aus, dann werden ebenso der Gegner rechts hinten und zuletzt der Gegner links vorne, davor kurze Drohung mit rechtsseitigen Wakikamae, besiegt. Abschließend wird mit Hidari-Jodan-no Kamae und Zanshin zurückgetreten.

Jyu-ipponme, Soogiri

(Soo-giri: Alle Schnitte). Im Gehen kommt der Iaidoka auf einen Gegner zu. Indem er den Angriff voraus­sieht, zieht er das Schwert in Ukenagashi Abwehr. Gleich darauf schneidet er konternd und in Okuri-Ashi vorwärtsrückend den Gegner rechts mit Schnitt von der Schläfe bis zum Kinn, dann links mit einem Schnitt von Schulter bis ins Zentrum, dann wiederum rechts vom Unterarm bis zum Zentrum, dann anschließend mit Horizontal­schnitt von links nach rechts durch die Hüfte und zuguter­letzt beendet ein senkrechter Über­kopf­schnitt das Ganze.

Jyu-Nihonme, Nukiuchi

(Nuki-uchi: Ziehen und Schlagen). Ein Angreifer steht direkt vor dem Iaidoka. Wenn der Gegner plötzlich die Waffe gebraucht, zieht der Verteidiger sein Schwert überkopf zur Ukenagashi-Abwehr und weicht sicher­heits­halber gleichzeitig einen Schritt zurück. An­schlie­ßend folgt sogleich konternd ein endgültiger Schnitt bei gleich­zei­tigem Schritt nach vorne. Ein Schritt rückwärts bei gleichzeitigem Chiburi aus der Ge­fah­ren­zone beendet die Form.

Omori Ryu010203040506070809101112

Erste Stufe Muso Shinden Ryu

Die zwölf Formen der Omori Ryu stellen die erste Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. In diesem Kreis sind insgesamt 3 Unterschulen versammelt mit unterschiedlicher Zielsetzung. Alle Formen der Omori-Ryu bis auf eine starten aus dem Seiza, dem japanischen Kniesitz. Das Hinsetzen, Schneiden und weitere Details unterscheiden sich von den Seitei-Iai Formen. Die Kata 3. Uto und 4. Atarito werden im Film nicht gezeigt. Du kannst dies nacholen in diesem Beitrag.

Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

Shohatto

(Shohat-to: Beginnendes Schwert). In der ersten Form sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm gegen­über Sitzenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er führt einen einhändigen waage­rechten Schnitt zum Kopf des Angreifers und rückt mit Ki vor.
Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­händigen Schnitt gefolgt, der die Form beendet.

Sato

(Sa-to: Linkes Schwert). Wieder sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm links Sitzenden oder Kommen­den­ ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach links, führt einen einhändigen waage­rechten Schnitt zum Kopf des Angreifers und rückt bedrohend vor.
Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­hän­digen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Uto

(U-to: rechtes Schwert). Wieder sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm rechts Sitzenden oder Kommen­den ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach rechts, führt einen einhändigen waage­rechten Schnitt zum Kopf des An­grei­fers und rückt bedrohend vor. Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­hän­di­gen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Atarito

(Atari-to: Treffendes Schwert). Der Iaidoka kniet im formalen japanischen Kniesitz, dem Seiza. Er ist vom Gegner abgewandt, der genau hinter ihm ist. Er spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er sich um 180° nach links herumdreht und gleichzeitig das Schwert zieht. Er teilt einen horizontalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, rückt bedrängend vor und zieht einem endgültigen, beidhändigen Schnitt (ver­glei­che Shohatto) durch.

Inyoshintai

(In-yo-shintai: Yin-Yang, vor und zurück). In der fünften Form greift der vorne sitzende Feind an. Er wird mit einhändigen waagerechten Schnitt attackiert. Der Feind flüchtet und der Iaidoka steht auf und besiegt diesen mit senkrechtem Schnitt. Er geht dem fallenden Gegner nach macht Chiburi und Noto und wartet in Tate-Hiza (Hockstellung). Ein zweiter Feind kommt hinzu. Im richtigen Moment kommt es zur Aktion. Der Iaidoka weicht mit einem Ausfallschritt nach hinten aus und führt einen ein­hän­di­gen waagerechten Schnitt zum Bauch des Angreifers und rückt danach vor. Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Ryuto

(Ryu-to: Fließendes Schwert). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines von links kommenden Gegners. Der Iaidoka springt aus dem Kniesitz nach vorne. Er zieht in fließender Bewe­gung sein Schwert und wehrt mit dem Klingen­rücken den Streich des Gegners (ver­glei­che mit Ukenagashi) ab. Er wendet auf der Stelle und schneidet den Gegner auf Do-Höhe seit­lich, entweder flach oder leicht diagonal.

Junto

(Jun-to: Schwertfolge). In dieser Form sitzt der Iaidoka im Seiza gegenüber einem anderen Sitzenden. Er assistiert einen Samurai, der Seppuku ausüben will. Der nimmt das Tanto (japa­ni­sches Messer). In diesem Augenblick greift der Iaidoka zum Schwert, zieht es und bleibt im Stehen wartend in Bereitschaft. Der Samurai schneidet sich und beugt sich vor. In diesem Moment schlägt der Iaidoka zu, um das Leiden abzukürzen. Die abschließenden Bewegungen simulieren die folgende rituelle Reinigung des Schwertes (Shinto) mit abschließenden Wegstecken.

Gyakutto

(Gyakut-to: Gedrehtes Schwert). Wieder sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem frontal Kommenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er täuscht ein Ziehen an und rückt nach hinten und steht auf. Dabei zieht er das Schwert zur Ukenagashi-Abwehr. Anschließend folgt ein kurzer Schnitt in Men und bedrohendes Vorrücken (Seme). Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt. Nach mehreren Kamae-Phasen beugt sich der Iaidoka über den sterbenden Gegner, dreht das Schwert um und gibt einen Gnadenstoß.

Seichuto

(Seichu-to: Starkes Schwert in der Mitte). Wieder sitzt der Iaidoka im Seiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm rechts Sitzenden oder Kommenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach rechts unter Beachtung von Seichusen, führt einen einhändigen schrägen Schnitt zum Kopf des An­grei­fers (wie bei Morotetsuki) und rückt bedrohend (Seme) vor. Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt. Dann wird die Sache mit senkrechtem Schnitt abgeschlossen.

Koranto

(Koran-to: Große Stärke des Tigers). Der Iaidoka steht und zieht mit linken Schritt und waage­rechtem Schnitt vor. Er kommt dabei einem ebenfalls im Stehen angreifenden Gegner zuvor. Mit großer Kraft des Tigers drängt er auf Enbusen vor, den Angriff des Gegners brechend. Er rückt weiter bedrohend in der Mitte bleibend vor und besiegt den Gegner mit beid­hän­digen senkrechtem Schnitt.

Inyoshintai Kaewaza

(In-yo-shintai Kae-waza: Yin-Yang, Wechsel­technik). In der fünften Form greift der vorne sitzende Feind an. Er wird mit einhändigen waagerechten Schnitt attackiert. Der Feind flüchtet und der Iaidoka steht auf und besiegt diesen mit senkrechtem Schnitt. Er geht dem fallenden Gegner nach und wartet in Hocke. Der Gegner zieht das Schwert nochmals. Er will das Schienbein des Iaidokas treffen. Der Iaidoka weicht mit einem Ausfallschritt nach hinten aus und führt einen einhändige Abwehrbewegung mit gedrehtem Schwert zur Abwehr des Angreifers und rückt danach vor. Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Nukiuchi

(Nuki-uchi: Ziehen und Schlagen). Es sitzen sich zwei Schwertkämpfer gegenüber. Der Gegner zieht. In fließender Bewegung zieht der Iaidoka sein Schwert und legt es kurz auf seinem Brustbein ab. Dann holt er zum senkrechtem Schnitt hoch aus. Beim Schneiden werden zum Ausgleich die Beine auseinandergesetzt.

Hasegawa Eishin Ryu01020304050607080910

Mittlere Stufe Muso Shinden Ryu

Die zehn Formen der Hasegawa Eishin Ryu stellen die mittlere Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. Alle Formen bis auf Nukiuchi starten aus dem Iaihiza. Hierbei wird, vom japanischen Kniesitz (Seiza) ausgehend, das rechte Bein aufgestellt. Die Hände werden mit den Hand­flächen nach oben gelegt.

Anmerkung: übe Iaido-Kata nur unter Anleitung eines erfahrenen Iaido-Trainers (don’t try this at home)!

Yokugumo

(Yoku-gumo:: Seitliche Wolke. In der ersten Form sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Be­dro­hung erkennt, die von einem ihm Gegen­über­sit­zen­den ausgeht, kommt es zur Aktion.

Er weicht mit einem Ausfallschritt nach hinten aus (Variante: Ziehen nach vorne) und führt einen einhändigen waage­rech­ten Schnitt zum Kopf des Angreifers. Diese Attacke wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt. Diese Attacke wird von einem senkrechten beid­händigen Schnitt gefolgt, der die Form beendet.

Toraisoku

(Tora-isoku: (Tigerpranke). Wieder sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Ein Angreifer zieht das Schwert zum Bein des Sitzenden. Im Kontern weicht der Iaidoka zurück und zieht sein Schwert. Der Griff wird leicht von oben gegriffen und nach dem Ziehen wird das Schwert sogleich entschlossen nach unten gedrückt. Die Klinge des Angreifers wird abgefangen. Das Schwert schlägt von oben vergleichbar einer Tigerpranke zu.

Das ist eine Abwehr mit dem Klingenrücken (vergleiche die Kata Ukenagashi). Dann wird die Sache mit senkrechtem Schnitt abgeschlossen.

Inazuma

(Inazuma:: Blitz. Ein im Iaihiza Sitzender wird frontal angegriffen. Es wird vergleichbar mit der Seitei-Iai Kata Morotezuki während des Zurück­weichens schräg zum Kopf des Angreifers von links oben nach rechts unten gezogen. Alternativ auch in einen heran Stürmenden hinein.
Danach folgt gleich ein kräftiger beidhändiger Schnitt, um den Angreifer endgültig zu besiegen.

Ukigumo

(Uki-gumo: Schwebende Wolke. Der Iaidoka sitzt im Iaihiza. Er wird von einem rechts Sitzenden angegriffen, der zum Schwertgriff des Iaidokas greifen will. Dieser steht auf, zieht den Griff des Schwertes nach hinten, um diesen Versuch zu vereiteln. Dann schlägt er mit dem Griff zurück, rückt dem Angreifer nahe und zieht nach rechts seitwärts.
Mit beigelegter Hand (vergl. Soetezuki) wird das Schwert an den Angreifer angelegt und durch­ge­zogen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht diesem ein Ende.
Diese Form verlangt hohe Körperbeherrschung und Kraft. Nur im aufgewärmten Zustand üben!

Yamaoroshi

(Yama-oroshi:: Bergwind. In der fünften Form greift der rechts sitzende Feind an. Er will mög­licher­weise den Schwertgriff des Iaidokas weg­reissen oder selbst sein Schwert ziehen.
Der Iaidoka kommt dem Angriff zuvor und schlägt seinen Schwertgriff auf die Arme oder Hände des (ziehenden) Gegners. Der Griff wird zum Stoß gegen den Kopf hoch gezogen. Er rückt an den Gegner heran, um ihn zu bedrängen und zieht das Schwert nach rechts aus.
Mit beigelegter Hand wird das Schwert an den Angreifer angelegt und durch­ge­zogen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht allem ein Ende.

Iwanami

(Iwa-nami:: Welle am Fels. Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines links sitzenden Gegners. Im Moment des Angriffs rückt der Iaidoka ausweichend nach hinten und zieht sein Katana. Mit abrupter 90° Körperwendung nach links umgreift und dreht er sein Schwert gleichzeitig. So kann er dann mit Soetezuki-Technik den Gegner stechen.
Mit beigelegter Hand wird das Schwert an den An­grei­fer angelegt und ab­ge­zo­gen. Danach folgt eine Drehung zum gefallenen Gegner am Boden und ein letzter Schnitt macht allem ein Ende.

Urokogaeshi

(Uroko-gaeshi:: Umgedrehte Fischschuppe. Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines von links angreifenden Gegners. Im Moment des Angriffs zieht der Iaidoka seitlich ausweichend sein Katana. Mit enger 90° Körperwendung nach links geht sein Nukitsuke wie das Streichen gegen die schuppige Oberfläche eines Fisches (daher der eigenartige Name der Form). Diese Verteidigung wird von einem senkrechten beid­händigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Namigaeshi

(Nami-gaeshi:: Umschlagende Welle. Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines von hinten angreifenden Gegners. Im Moment des Angriffs zieht der Iaidoka mit Körpertäuschung sein Katana. Die Körpertäuschung entspricht der Vorstellung einer Welle, die gegen einen Felsen brandet (daher der Name der Form) und dann zurückschlägt. Mit 180° Körperdrehung nach hinten trifft das waagerecht schneidende Nukitsuke. Diese Verteidigung wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Takiotoshi

(Takio-toshi:: Wasserfall. Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines rückwärtig sitzenden Gegners. Er will das Saya ergreifen oder wird auf sonstige Weise aggressiv. In diesem Moment erhebt sich der Iaidoka mit drehender Bewegung und zieht das Schwert in die Vertikale hoch. Dann wird das Schwert bei 180° Körperdrehung blank gezogen und es erfolgt ein Stich von oben in den unteren Gegner hinein. Diese Verteidigung wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt, der die Sache zuende bringt.

Nukiuchi

(Nuki-uchi: Ziehen und schlagen. Es sitzen sich zwei Schwertkämpfer im Seiza gegenüber. Der Gegner zieht. In fließender Bewegung zieht der Iaidoka sein Schwert und bewegt es zur Uke­na­ga­shi-Abwehr. Dann holt er weiter fließend zum senkrechtem Schnitt hoch aus. Beim Schnitt werden zum Ausgleich die Beine aus­ein­ander­gesetzt.

Okuden (Zagyo)0102030405060708

Verborgene Stufe Muso Shinden Ryu

Die einundzwanzig Formen der Okuden Ryu stellen die dritte Lernstufe der Muso Shinden Ryu dar. Die Formen teilen sich in sitzende (Zagyo) und stehende Formen (Tachiwaza) auf. Es gibt teilweise unterschiedliche Versio­nen der Formen. Okuden ist die verborgene und ehemals geheime Stufe. Die wahren Bedeutungen der Formen (Bunkai) liegt hinter den Situationen und (vorgeblichen) Beschreibungen und muss selbst erkannt werden. Es sind Abwandlungen der Technik, deren Umdeutung bis hin auf psychologische Ebene möglich ist. Für jede Form gibt es Variationen.

Anmerkung: übe gerade diese Iaido-Kata nur unter An­leitung eines erfahrenen Iaido-Trainers! Okuden-Kata sind nur für Fortgeschrittene. Die Formen wirken einfach, können werden aber zu Unfällen führen. Die richtige Ausführung benötigt viel Erfahrung und Übersicht.

Kasumi

(Schläfe, wörtlich: Dunst). In der ersten Form sitzt der Iaidoka wie in allen Okuden-Formen im Iaihiza. Wenn er den Angriff erahnt, zieht er das Schwert zu waagerechtem Schnitt durch, wendet es und schneidet in Gegenrichtung, hebt es abschließend über den Kopf zum beidhändigen senkrechtem Schnitt.

Der Iaidoka rückt nach jedem Schnitt nach vorne vor, bis er endlich den Gegner erreicht.

Sunegakoi

(Schienbeinschutz). Der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von einem ihm vor ihm Sitzenden ausgeht, kommt es zur Aktion. Er rückt nach hinten, führt einen einhändigen tiefen Abwehrschlag auf das Schwert des Angreifers.

Diese Abwehr wird von einem senkrechten beidhändigen Schnitt gefolgt.

Shihogiri

(Schnitt in vier Richtungen). Wieder sitzt der Iaidoka im Iaihiza. Wenn er eine Bedrohung erkennt, die von ihm vier Um­rin­gen­den ausgeht, kommt es zur Aktion. Er dreht sich nach hinten links, zieht das Schwert im Aufsitzen und sticht den Gegner in den Magen.

Diese Attacke wird von weiteren senkrechten beidhändigen Schnitten gefolgt. Zunächst dreht der Iaidoka im Sitzen zum hinteren rechten Gegner und schneidet ihn. Dann geht es zum links vorderen und zum Schluß an den vorne rechts befindlichen Gegner.

Tozume

(An der Tür vorbereitet auf Gegner warten). Der Iaidoka wartet im Iaihiza. Rechts von ihm ist ein Eingang. Ein Gegner kommt durch den Eingang. Der Iaidoka spürt den Beginn eines Angriffs. Der Iaidoka reagiert, indem er halbrechts herumdreht und gleichzeitig das Schwert zieht.

Er teilt einen schrägen (vergleiche Morotetsuki) vertikalen Schnitt ins Gesicht des Angreifers aus, wendet sich anschließend gleich nach links zu einem weiteren Gegner und zieht einen endgültigen, beidhändigen Schnitt durch.

Towaki

(Neben der Tür). Es ist fast dieselbe Situation wie in der vorherigen Kata. In dieser Form greift der vorne sitzende Feind an. Er wird mit einhändigen waagerechten Stich attackiert.

Ein zweiter Feind kommt hinzu und stürmt zum Eingang hinein. Der Iaidoka wendet sich ihm auf der Stelle zu und führt einen senkrechten beidhändigen Schnitt zum Angreifers und rückt dabei vor.

Tanashita

(Unter dem Hausboden). Der Iaidoka sitzt beobachtend unter dem Hausboden (eines typischen japanischen Hauses) versteckt. Wenn der Gegner in der Nähe ist, rückt er mit Ziehen des Schwertes in gebückter Haltung aus seinem Unterstand nach vorne und schneidet diesen frontal.

Wenn er es aus dem Versteck geschafft hat, hebt er das Schwert zum beidhändigen senk­rech­tem Schnitt.

Ryozume

(Seitlich eingeengt). Nun verteidigt man sich gegen einen Angriff eines von vorne kommenden Gegners. Seitlich ist kein Platz für ausladende Bewegung. Der Iaidoka bewegt sich aus dem Iaihiza nach vorne. Er zieht in fließender Bewegung sein Schwert und hält es beidhändig vor sich (vergleiche mit Morotetsuki). Mit einem energischen Vorrücken und Streckung nach vorne sticht er den Gegner.

Torabashiri

(Tigergang). Nun verteidigt man sich gegen die Bedrohung eines vorne blockierenden Gegners. Seitlich ist kein Platz für ausladende Bewegung. Der Iaidoka bewegt sich aus dem Iaihiza nach vorne und schleicht sich in leisen Schritten und geduckter Haltung an. Er zieht in fließender Bewegung sein Schwert trifft und schneidet dann.

Auf dem Rückzug in geduckter Haltung wird er erneut attackiert. Der Gegner wird aber in die schnell gezogene Klinge hineinlaufen.

Okuden (Tachiwaza)09101112131415161718192021

Verborgene Stufe Muso Shinden Ryu

Die stehenden Formen (Tachiwaza) sind nicht weniger anspruchsvoll als die sitzenden Formen. Rhytmus, Verständnis, Balance werden auf die Probe gestellt.

Nochmal: übe gerade diese Iaido-Kata nur unter An­leitung eines erfahrenen Iaido-Trainers! Okuden-Kata sind nur für Fortgeschrittene. Die Formen wirken einfach, können werden aber zu Unfällen führen. Die richtige Ausführung benötigt viel Erfahrung und Übersicht.

Yukitsure

(Von zwei Personen begleitet). In dieser ersten stehenden Form gehen vor dem Iaidoka zwei Personen. Die erste Person rechts wendet sich um in der Absicht, anzugreifen. Der Kämpfer weicht mit einem Shuffle zurück, zieht und schneidet den Angreifer. Mit Schritt vor erledigt er folgend die linke Person mit geradem Schnitt.

Rentatsu

(Zusammen losgehen). In einer der ersten Kata ähnlichen Weise gehen vor dem Iaidoka zwei Personen. Die erste Person links wendet sich um in der Absicht, anzugreifen. Oder in anderer Interpretation lässt sich der Iaidoka etwas aus einer 3er-Gruppe zurückfallen. Der Kämpfer weicht mit einem Shuffle zurück, zieht und sticht den Angreifer. Mit Schritt vor erledigt er folgend die rechte Person mit geradem Schnitt.

Somakuri

(Alles zusammen). Im Gehen kommt der Iaidoka auf einen Gegner zu. Mit einer Täuschung zieht er leicht das Schwert vor, geht aber rückwärts in Ukenagashi-Abwehr. Im Kontern schneidet er vorwärtsgehend in Ayumi Ashi (Wechselschritt) den Gegner rechts mit Schnitt von der Schläfe bis zum Kinn, dann links mit einem Schnitt von Schulter bis ins Zentrum, dann wiederum rechts vom Unterarm bis zum Zentrum, dann anschließend mit Horizontalschnitt von links nach rechts durch die Hüfte und zuguterletzt beendet ein senkrechter Überkopfschnitt das Ganze.

Sodome

(Alles anhalten). Der Iaidoka geht eine Treppe hinunter. Ein Gegner greift von unten an. Mit bis zu fünfmaligen Ziehen und Noto in Folge treibt man den Gegner nach unten, bis dieser besiegt wird.

Shinobu

(Ganz leise). Im Dunkeln oder im Nebel wird ein Gegner in Front vermutet oder bemerkt. Leise pirscht man voran, zieht sein Schwert und tippt vor/hinter dem Gegner auf dem Boden. Dieser stürmt auf den vermeintlichen Gegner zu. Da man vor dem Tippen seitwärts geht, lässt sich in diesem Moment aus guter Stellung der Gegner überlegen besiegen.

Yukichigai

(Gehend verfehlt). Zwei Gegner wollen angreifen. Mit Ganmenate versucht man den Angriff des ersten Gegners zu unterlaufen. Der Gegner geht links herum. Das Schwert wird in der Wendung gezogen zum beidhändigen Schnitt nach hinten; danach kommt es mit Fortführung der Drehung zum zweiten Gegner und einem abschließenden Schnitt.

Sodesurigaeshi

(Wehende Ärmel umdrehen). Man steht in Deckung hinter einer Menschenmenge, der Gegner davor. Man drückt sich nach dem Ziehen des Schwertes mit der Waffe in der Hand durch die Menge hindurch und holt weit zum Schnitt aus. Weil man auf den Gegner zuläuft, schlagen aufgrund der Bewegung nun die (langen) Ärmel um.

Moniri

(In den Eingang gehen). In einem Eingang versperrt ein Gegner den Weg. Im Wegdrehen zieht der Iaidoka seitlich sein Schwert. Dann erfolgt ein einhändiger Stich in den Bauch des blockierenden Gegners im Zugang. Ein hinten befindlicher weiterer Feind wird geschnitten. Aus dem Eingang ist ein dritter Gegner aufgetaucht. Er wird ebenfalls geschnitten.

Kabezoi

(An der Wand entlang). Eng an einer Wand oder zwischen Wänden stehend wartet der Iaidoka. Plötzlich greift ein Gegner von vorne an. Das Schwert wird so eng am Körper wie möglich gezogen und mit Schritt vorwärts erfolgt ein senkrechter Schnitt.

Ukenagashi

(Feind abwehren). Zwei Schwertträger kommen aufeinander zu. Der Angreifer zieht das Schwert. In einem pendelnden Ausweichen nach rechts wird das Schwert steil nach oben gezogen zur Ukenagashi-Abwehr. Im Stehen und seitwärts vom Gegner wird zum Schnitt gegen den Angreifer durchgezogen.

Oikakegiri

(Verfolgung und Schnitt). In Entfernung steht ein Gegner, auf den der Iaidoka zukommt. Er ergreift die Initiative, indem er sich unbemerkt nähert, im richtigen Moment das Schwert zieht und mit Seme auf den Gegner eindringt. Mit vorwärtstreibenden Ashi-Sabaki (Fußarbeit) bedrängt er den Gegner soweit, dass er einen abschließenden Schnitt machen kann.

Ryoshihikitsure

(Von zwei Samurais begleitet sein). Im Gehen befinden sich 2 Gegner links des Iaidokas. Im Ziehen (Nukitsuke) schneidet der Iaidoka durch die Flanke des ersten Gegners, schwingt das Schwert durch und setzt dem zweiten flüchtenden Gegner nach. Dieser wird mit abschließenden Kirioroshi besiegt.

Itomagoi

(Abschied nehmen). Zwei Samurai sitzen sich gegenüber im Seiza. Die Schwerter stecken im Gürtel. Dann verneigen sich beide zum Grüßen. In der Beuge zieht der Iaidoka sein Schwert hoch über den Kopf und schlägt den Gegner mit einen senkrechtem Schnitt.

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