Begriffe

Um die Kampfkunst Iaido zu verstehen, ist es hilfreich, die zugehörigen Iaido Fachbegriffe zu kennen. Sie sind gleichzeitig Schlüssel, um die Philosophie, die Techniken und die Etikette des Dojos zu verinnerlichen. Dieses Glossar bietet eine umfassende Übersicht über die wichtigsten japanischen Vokabeln, die dir im Training begegnen werden.

Iaido-Grundbegriffe
Iaido
I (居) = Sein, Ai (合) = Entsprechen, Do (道) = Lebens­ein­stellung → „Der Weg, der aus der Haltung im Leben entsteht“.
Budo
Weg der Kriegskunst.
Bushido
Weg eines Kriegers; angenommenes klassisches Pflichtenheft eines ehrenhaften Samurai.
Ryu
Schule, Stil.
Seitei-Iai
Die zwölf Iai-Kata als Basisformen des japanischen Dachverbands. Auch als Zen Nihon Kendo Renmei Iai bezeichnet.
Koryu
Traditionelle (alte) Trainingsschule.
Muso Shinden Ryu
Die in Eingebung gefundene Schule. Weltweit präsente Sammlung weiterer Ryu.
Shoshin
Anfängergeist, Offenheit; auch für Erfahreneres zentral.
Fushin
Stillstehender Geist: durch Vorstellungen, Furcht oder Zweifel beschränkt; Misstrauen, Unfreiheit.
Heijoshin
Ruhender, unbeugsamer Geist. Gilt gleichermaßen im Alltag wie (unter Druck) im Kampf.
Mushin
Nicht-Bewusstheit: Geisteszustand erfahrener Kampfkünstler*innen, der unmittelbare Reaktion ohne hinderndes Nachdenken erlaubt.
Mukamae
Natürlich bereit sein ohne feste Form oder Erwartung.
Muga
Nicht-Ich / Selbstlosigkeit.
Dojoorientierung
Dojo
Ort, an dem der Do geübt wird; Trainingshalle.
Shomen
Vereinbarte Hauptübungsrichtung.
Regi
Benehmen im Dojo.
Reishiki
Etikette, Manieren.
Reiho
Systematik der Manieren speziell beim Iaido.
Rei
Gruß, An- oder Abgrüßen.
Tachirei
Verbeugung im Stehen.
Seiza
Kniesitz.
Iaihiza
Sitz mit rechts aufgestelltem Bein.
Tatehiza
Haltung mit rechts aufgestelltem Bein, Hüfte aufgerichtet.
Zarei
Verbeugung im Sitzen.
To/To ni Rei
Verneigung vor dem Schwert.
Kamiza/ni Rei
Ehrenplatz bzw. Verneigung vor dem Kamiza.
Sensei/Sensei ni Rei
Lehrer bzw. Verneigung vor dem Lehrer.
Kohai
Juniorschüler.
Sempai
Älterer Schüler.
Kyu
Schülergraduierung.
Dan
Lerngraduierung (z. B. Schwarzgurt).
Dojosprache
Onegaishimasu
Ich/wir bitten (um Unterweisung).
Arigatogozaimashita
Ich/wir danken (für die Unterweisung).
Hajime / Hajimemasho
Anfang; los!/Lasst uns anfangen!
Owari / Yame, Owarimasho
Ende/Schluss; lasst uns beenden!
Hai
Ja, verstanden.
Dame
Falsch; so nicht.
Mo hitotsu
Noch einmal.
Datto
Ablegen des Schwertes.
Kiritsu
Aufstehen.
Suburi
Technikübung.
Taiso
Gymnastik.
Keiko
Training; Midori Keiko: Beobachtendes Training.
Embu
Vorführung.
Kotai
Partnerwechsel.
Taikai
Wettkampfveranstaltung.
Shiai
Vergleichs- / Wettkampf.
Shobu ari
Ergebnis eines Wettkampfs.
Gogi
Unterbrechung im Wettkampf.
Hante
Ende des Wettkampfs.
Shinpan
Schiedsrichter.
Techniken
Tategiri
Vertikaler Schnitt.
Nukitsuke
Ziehen des Schwertes, erste Aktion.
Sayabiki/Sayabanare
Ziehen der Saya / Bewegung der Scheide.
Kakaru Ashi
Bereitstellung des Fußes vor dem Nukitsuke.
Te no uchi
Eindrehen von Hand und Unterarm zur Kontrolle beim Schnitt.
Sae
Schärfe, Klarheit und Präzision eines Schnitts.
Sayanouchi
Siegen, ohne das Schwert zu ziehen.
Hasuji
Schneidelinie / Genauigkeit des Schnitts.
Furikaburi
Ausholen / Führen des Schwertes für den nächsten Schnitt.
Kiritsuke
Finaler Schnitt aus der Endposition.
Chiburi
Symbolisches Abschütteln des Blutes; Finalisierung des Treffens.
Chinugui
Abwischen der Klinge vor der Reinigung.
Hikinuki
Herausziehen und Heben der Klinge.
Noto
Zurückführen des Schwertes in die Saya.
Körper
Men
Kopf.
Te
Hand.
Me
Auge.
Do
Bauch / Brustkorbbereich.
Hara
Bauchraum, Schwerpunkt (Tantien).
Harakiri
Selbstverstümmelung durch Bauchschnitt (Seppuku).
Kesa
Unterbauch.
Ashi
Fuß.
Ayumi Ashi
Normale Schrittbewegung, meistens gekoppelt mit Schwerttechnik.
Suri Ashi
Gleitende Fußbewegung („Shufflen“).
Ashizukai
Die Art, wie Schritte eingesetzt werden; man unterscheidet drei Ausprägungen:

  1. Ugoki o okosu tame no ashizukai: Schritt, um Bewegung einzuleiten oder den Gegner zu einer Reaktion einzuladen, um eine Öffnung zu schaffen.
  2. Maai o hakaru tame no ashizukai: Schritt, um das Maai (Distanz/Timing) zu messen und zu kontrollieren.
  3. Shōbu ni hairu tame no ashizukai: Schritt, um in den entscheidenden Kampf einzutreten – der finale, entschlossene Schritt.

Diese drei Varianten heißen Shō (klein), Chū (mittel) und Dai (groß) – sowohl in Bezug auf Schrittlänge als auch Intensität.

Kata
Kata
Voller Bewegungsablauf, Trainingsform.
Ikita Kata
Voll durchlebte, verstandene und echte Kata.
Waza
Technik.
Tachiwaza
Stehende Technik.
Renzokuwaza
Aneinanderhängende Technik(en) / Kombination.
Kokyu
Atmung; auch Rhythmus, Timing oder Fluss. Vor der Kata dreimal atmen, dann die Kata in einem Atemzug ausführen.
Kihon
Grundtechniken, korrektes, durchgehendes Bewegungsgerüst; kontinuierlich üben, zunächst über Seitei-Iai.
Ki Ken Tai Ichi
Geist, Schwert und Körper in Einheit; lückenloses Zusammenspiel in der Kata.
Position
Kamae
Wachhaltung; verschiedene Stellungen möglich.
Hasso no Kamae
Linker Fuß vorne, Schwert rechts neben dem Kopf.
Chudan no Kamae
Schwerthaltung in mittlerer, nach vorne gerichteter Position.
Jodan no Kamae
Obere Schwerthaltung.
Katate Uchi/Waza
Einhandtechnik, z. B. schnelles Vorschießen des Schwertes.
Gedan no Kamae
Untere Schwerthaltung.
Waki no Kamae
Seitlich verdeckte Schwerthaltung hinter dem Körper.
Shizentai
Natürliche Standhaltung, Schwert seitlich gehalten.
Sayaate
Berührung zweier Sayas (vermeiden, außer als Provokation für Duell).
Ma-ai
Räumlicher Abstand zum Gegner.
Kami no ashi
Fuß, der der Kamiza am nächsten ist.
Orientierung
Embusen / Enbusen
Imaginäre Linie des Kata-Ablaufs.
Seichusen
Zentrale, korrekte Linie zum Gegner – vorteilhaft für einen selbst, nachteilig für den Gegner.
Ma
Rhythmus; zeitlicher Abstand von Aktion und Bewegung.
Metsuke
Blickrichtung; Aufmerksamkeitsfokus des Augenblicks.
Kan Ken no Metsuke
Zwei Arten des Sehens: Kan = schauen / sehen; Ken = Wahrheit erspüren / lesen.
Enzan no Metsuke
Blick auf entfernte Berge – ganzheitliche Wahrnehmung.
Ausrüstung
Keikogi
Trainingskleidung.
Gi
Jacke im japanischen Schnitt.
Obi
Breiter Gürtel, etwa 4 Meter lang.
Hakama
Hosenrock.
Hakamasabaki
Anordnung des Hakama zum Sitzen.
Koshiita
Rückenverstärkung des Hakama.
Zori
Sandalen für den Dojo-Bereich.
Mon
Familienwappen auf Kleidung.
Schwert
Saya
Holzscheide.
Tsuba
Schwertstichblatt.
Tsuka
Griff.
Sageo
Band an der Saya.
Koiguchi
Öffnung der Saya („Karpfenmaul“).
Monouchi
Schneidender vorderer Teil der Klinge (letztes Drittel); muss „gefüllt“ wirken.
Kissaki
Spitze des Schwertes.
Bokken / Bokuden
Holzschwert.
Shinai
Bambusschwert (Kendo).
Iaito
Übungsschwert für Iaido.
Shaku
Längenmaß (ca. 30,3 cm); in Europa üblich 2,4–2,8 Shaku.
Mekugi
Bambuspin im Griff zur Sicherung (vor jeder Nutzung prüfen!).
Katana / Shinken
Scharfes, geschmiedetes Schwert.
Tameshigiri
Schnittprüfung mit scharfem Schwert.
Verständnis
Shuren
Disziplin des Trainings.
Zanshin
Unabgelenkte Aufmerksamkeit; fortlaufende Wachheit.
Mushin
Leerer, ungehinderter Geist.
Jiri-Ichi
Theorie und Praxis in Einheit.
Shishin
Innere Ausrichtung / Streben des Herzens.
Heijoshin
Alltagsgeist: Herr der Lage in jeder Situation.
Dai-kyo-soku-kei
Groß, kraftvoll, schnell, weich/leicht: gewünschte Qualität von Körper und Schwert.
Jo-ha-kyu
Abstufung: langsam – mittel – schnell. Siehe Nukitsuke.
Kan-kyu-kyo-jaku
Variationen von Tempo und Kraft (hart/weich, schnell/langsam).
Meri-hari
Modulation zwischen Extremen; Dynamik.
Kigurai
Innere Ruhe und Präsenz im Wissen.
Fukaku
Tiefes Verständnis / Charaktertiefe.
Hin-I
Würde im Gegen­satz zu Brutalität.
Kokoro
Herz / innerer Charakter.
Seme
Druck auf den Gegner; Kontrolle von Timing und eigene Verwundbarkeit verdecken.
Shuhari
Lernentwicklung in drei Phasen: Shu (Imitation), Ha (Verstehen), Ri (Innovation).
Saya no uchi no kachi
Sieg ohne Ziehen des Schwertes: Konflikt bereits geistig entschieden.
Kasōteki
Klare Vorstellung des imaginären Gegners.
Suki
Zustand körperlich und geistig unvorbereitet, verletzbar; Blöße, Spalt,
Zwischenraum, Lücke = Angriffgelegenheit.


Hier finden sich alphabetisch gelistete Begriffe in Überblick.

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